Besuch der Best-Practice-Beispiele Groningen, Dessau und München

Im Rahmen des Projekts „Essbare Stadt“ führten uns im November 2016 zwei Exkursionen nach Groningen und Dessau. Im März 2017 besuchten wir die “Krautgärten” in München.

Der Besuch der „Essbaren Stadt Groningen“ erfolgte im Rahmen des Fachtreffens der Partnerstädte Groningen–Oldenburg–Bremen und ermöglichte den praktischen Einblick in verschiedene Urban-Gardening-Projekte der Stadt.

Das Fachtreffen bot die Möglichkeit, unter der Leitung von Hiltje van der Wal mit ausführenden AkteurInnen in den Gärten zu sprechen als auch von den Projektkoordinatoren in der Stadtverwaltung, Anke van Duuren und Laurens Stiekema, zu erfahren, wie das Konzept Essbare Stadt in Groningen mit mittlerweile ca. 70 einzelnen Urban-Gardening-Vorhaben funktioniert und welche Faktoren zum Erfolg des Projekts beitragen. Empfehlenswert ist hier ein Blick in die schöne Broschüre der “Eetbaren Stad Groningen” in der einzelne Projekte vorgestellt werden. Einen sehr schönen Eindruck des Groninger Projekts vermittelt ebenso ein Beitrag von Radio Bremen der im Rahmen einer Wochenserie zum Thema Essbare Stadt in der Sendung “buten un binnen” ausgestrahlt wurde.

Insgesamt konnten wir wichtige Erkenntnisse für eine potentielle Umsetzung der “Essbaren Stadt” in Bremen sammeln, wie zum Beispiel die personelle Verankerung des Projekts in der Gemeindeverwaltung, unbürokratisches Handeln und die Möglichkeit der Anschubfinanzierung.

Auch in Dessau wird, initiiert durch die Bauabteilung des Bauhauses, gegärtnert und geerntet. Durch das CLAIM-Projekt haben Gemeinschaftsgärten in die Stadt gefunden, mittlerweile entsteht eine Urbane Farm in der Stadt. Einen sehr interessanten Einblick in das Konzept vermittelt das Video “Visionen 2018” auf der Homepage des Dessauer Projekts.

Heike Brückner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bauhauses und u.a. Initiatorin der Urbanen Farm, erläuterte im Gespräch und auf einem Rundgang durch die Stadt Funktionsweise, Finanzierung und kommunales Engagement im Projekt.

Beiden Projekten ist gemein: Essbare Städte sind in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung für die BewohnerInnen der Stadt. Mit vielen Impulsen kehrten wir nach Bremen zurück.

Eine weitere Exkursion führte uns im März 2017 nach München. Dort entstanden bereits im Jahr 1999 im Zuge des Grüngürtelschutzes die sogenannten „Krautgärten“.
„Krautgärten“ sind eine sehr ursprüngliche Form des Gärtnerns auf Ackerland (landwirtschaftliche Flächen ohne bauliche Einrichtungen) und dienen der Versorgung der BürgerInnen mit selbst angebautem, günstigem und ökologischem Gemüse. Die Vorbereitung der Flächen erfolgt durch einen Landwirt. Im Jahr 2016 haben BürgerInnen an 22 Krautgärten-Standorten auf sechs Hektar mit insgesamt 1387 Parzellen im Münchener Stadtgebiet gegärtnert.
Zusammen mit Hans Ernstberger vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt München haben wir den „Krautgarten Westkreuz“ besichtigt. Vor Ort konnten wir im Gespräch mit Hans Ernstberger und Andrea Piller, die Vorstandsmitglied des Krautgartens ist, Details über Organisationsstrukturen erfahren und für eine mögliche „essbare Stadt Bremen“ lernen.

Der einzige Weg zur Lösung eines globalen Problems sind weltweite lokale Lösungen. Ich glaube, es gibt eigentlich überhaupt nichts, was ausschließlich global wäre. Alles Globale hat vielmehr lokale Wurzeln.

Dr. Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises 1993